Herzlich willkommen Frau Narangarav Nyamsuren. Sie engagieren sich schon seit vielen Jahren im Verein Integrationsgemeinschaft ausländischer Erwerbstätiger e.V. Erzählen Sie doch bitte etwas über sich und die Tätigkeit in Ihrem Verein.

Sehr gern. Ich bin 2001 mit meiner kleinen Tochter nach Deutschland gekommen und habe hier studiert. Ich
bin in der Mongolei in einer kleinen Stadt (Bulgan) in der Nähe von Erdenet, der zweitgrößten Stadt der Mongolei aufgewachsen. In Deutschland habe ich Betriebswirtschaft studiert. Aktuell lebe ich mit meinem Mann und meiner zweiten Tochter in Dresden.
Ich bin freiberufliche Dozentin für KI und interkulturelle Verständigung. 2013 gründete Michael Lohse, Ehren-
präsident der IHK Chemnitz, den Verein IAE e.V. Dort engagiere ich mich für die Themen Völkerverständigung,
Antidiskriminierung und Vermittlung von Migranten in den Arbeitsmarkt. Mit dem Verein haben wir u.a. über
die Sächsische Jugendstiftung „genial sozial“ ein Weiterbildungszentrum in der Mongolei errichtet. Über 2000 Menschen konnten wir in der Mongolei für soziale Berufe mit Zielgruppe behinderter Kinder qualifizieren.
Sie haben sich 2025 mit dem Verein SDB e.V. zusammengeschlossen und ein Mongolenfest in Gablenz abgehalten.
Ja, die Kulturhauptstadt bot eine gute Möglichkeit, das Kennenlernen der Kulturen in Chemnitz aufzubauen. Seit vielen Jahren schon sind wir freundschaftlich mit Mitgliedern des SDB e.V. verbunden und konnten schon kleine Projekte umsetzen. Mit dem Naadam-Fest 2025 wurde das auf eine größere Ebene gehoben. Zu dem Kulturfest kam die mongolische Gemeinschaft aus Sachsen, Deutschland und aus den Nachbarländern zusammen. Unser Nationalfest „Naadam“ findet mit drei Sportarten – Reiten, Bogenschießen, Ringen – statt.
Im Juni 2025 konnten die Chemnitzer die traditionellen bunten Kleider, Jurten und Festzelte, mongolische Spiele und traditionelle Musik erleben, abgerundet mit leckeren Speisen.
Wettkämpfe in Bogenschießen und Ringen waren der Höhepunkt. Begrüßen konnten wir auch den Kulturattaché Darii Sükhbaatar der mongolischen Botschaft aus Berlin. Wir planen 2026 wieder ein Fest in Gablenz und freuen uns über viele Besucher aus der Nachbarschaft.
Sie hatten eine Kooperation mit der Mongolei erwähnt. Wie sieht diese aktuell aus?
Im Sommer 2025 konnten wir eine Delegation aus der Stadt Erdenet begrüßen. Die Gruppe wollte sich
speziell Einrichtungen für Menschen mit körperlicher und geistiger Beeinträchtigung anschauen und Akteure
zum Erfahrungsaustausch treffen. Die Inklusionsbeauftragte Frau Liebetrau und Frau Gankhuyag tauschten sich sehr interessiert aus. Ein Vertreter eines Blindenvereins (Dagvadorj Davaasuren ), er ist selber blind,
besuchte verschiedene Einrichtungen und dokumentierte die Barrierefreiheit. Ein medizinischer Leitfaden soll übersetzt werden.
Worum geht es da genau und wer ist da in Chemnitz ihr Partner?
Mit dem Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Chemnitzer Klinikums Dr. Axel Hübler planen wir die Übersetzung eines Leitfadens für die Neonatalogie (Frühchen und Neugeborenen Medizin). Wir hoffen damit die Folgeschäden bei der Neugeborenen-Gelbsucht in der Mongolei entgegenzutreten. Wir befinden uns in der Abstimmung und suchen aktuell noch Finanzgeber. Dr. Hübler ist auch Mitautor eines umfangreichen Lehrbuches, was bei der Delegation auf großes Interesse gestoßen ist.
Integrationsgemeinschaft ausländischer
Erwerbstätiger (IAE) e.V.
Plauenscher Ring 33, 01187 Dresden
www.iaeev.de/de
info.iaeev@gmail.com
Mongolenfest 20.06.2026 – 11-21 Uhr
Bürgerpark Gablenz am GablenzCenter